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Gemeinde = gemeinsam miteinander leben

Dietrich Bonhoeffer beschreibt in seinem Buch „Gemeinsames Leben“, was christliche Gemeinschaft bedeutet. Es ist für ihn klar, dass Gemeinde nur durch Jesus Christus und in Jesus Christus bestehen kann. Allein durch das, was Jesus für uns getan hat, sind wir Brüder und Schwestern „im Herrn“. Das ist das einzige und entscheidende, was die Gemeinde zusammenhält. Christen sind Menschen, die auf ewig miteinander vereinigt sein werden. Das muss man sich einmal vorstellen: Die Menschen, die ich in der Gebhardtstraße treffe, werde ich für immer und ewig treffen!

Gemeinde ist kein Verein, keine Interessengemeinschaft oder Club. Sie ist viel mehr. Sie ist geistliche Gemeinschaft. Der Heilige Geist verbindet Menschen auf eine Art, die übermenschlich, göttlich ist. Geistliche Gemeinschaft lebt von der selbstlosen Liebe Gottes. Diese geistliche Liebe liebt den anderen um Christi willen. Echte Liebe begehrt keine Gegenliebe, sondern sie dient dem anderen. Weil Jesus in der Bibel kompromisslos aufzeigt, was göttliche Liebe bedeutet, steht in der christlichen Gemeinschaft auch das Wort Gottes im Zentrum. Ich stelle immer wieder fest, dass es die geistliche Liebe ist, die Liebe von Jesus, die die Gemeinde auf Dauer trägt. Die Liebe Gottes macht ein gemeinsames Leben möglich.

Wie sich Gott ein geistliches Miteinander vorstellt, kann in 10 biblischen „Regeln“ gezeigt werden. Man kann diese auch die „Einander-Grundsätze“ nennen:

1. Einander akzeptieren
à Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob (Römer 15,7)

2. Miteinander harmonisch leben
à Lebt in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens (Epheser 4,1-3)

3. Einander aufbauen
à Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen (Kolosser 3,16)

4. Einander dienen
à Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat… (1. Petrus 4,10)

5. Einander respektieren
à …so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, … (Philipper 2,2-4)

6. Sich umeinander kümmern
à Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen (Galater 6,2)

7. Einander ermutigen
à ..und lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken (Hebr. 10,24)

8. Einander vergeben
à …und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! (Kolosser 3,13)

9. Für einander beten
à Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander (Jakobus 5,16a)

10. Einander lieben
à Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt (Johannesevangelium 13,34-35)

In so einer geistlichen Liebes-Gemeinschaft gemeinsam zu leben ist ein einzigartiger Vorzug! Wir dürfen uns überaus glücklich schätzen, ein Teil der Gemeinde von Jesus Christus zu sein. Und wir dürfen dem HERRN überaus dankbar für seine Kirche sein, auch wenn sie nicht immer unserem idealen Wunschbild entspricht. Wir alle sind auf demselben Weg, als Unvollkommene aber vollkommen geliebt. Deshalb bekennen wir und glauben wir an „die Gemeinschaft der Heiligen“, die Herausgerufenen (= griechisch Ekklesia = Gemeinde), die aus der Welt Geretteten. Der Himmel auf Erden – Gott in und unter uns!

Ich persönlich freue mich auf ein langes und intensives Miteinander mit euch, mit Ihnen, mit unserem liebenden Gott.

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen!

Euer / Ihr Prediger Stefan Thieme