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Du bist wertvoll! Alfred Adler, der Begründer der so genannten Individualpsychologie, erforschte die Beweggründe des Menschen. Er stellte folgende These auf: Alle (psychischen) Probleme des Menschen kommen vom Gefühl der Minderwertigkeit. Diese empfundene Minderwertigkeit ist unter anderem der Grund für Neid. Ich bin nicht ohne Grund neidisch. Vielmehr fühle ich mich benachteiligt – der andere wird bevorzugt, ich bin weniger Wert als er oder sie. Schon Kinder fühlen sich gegenüber Erwachsenen benachteiligt, weil die ja größer, stärker, mächtiger sind. Dann sind es die Geschwister oder andere Mitmenschen, die oft besser, schöner, erfolgreicher sind. In jedem von uns steckt dieses Grundmuster. Jeder Mensch versucht natürlich, diesen Mangel irgendwie auszugleichen. Und jeder Mensch entwickelt dadurch seinen Lebensstil, z. B.: „Ich muss besser sein als die anderen“. Menschen ohne Selbstwert wollen sich ihren Wert verdienen, sie kämpfen um Anerkennung. Andere fallen in die Resignation, sehen keine Perspektive. Die Folgen der Minderwertigkeit sind also einerseits (Macht-) Kampf, andererseits Gleichgültigkeit und Passivität. Das gilt sowohl für den Einzelnen, als auch für ganze Völker. Wenn Kriege Tod und Unglück über viele Menschen bringen, fragen wir uns, wie das um Gottes Willen möglich ist. Leider können Konflikte auch religiös motiviert sein. Fassungslos beobachten wir in den Medien das Hin und Her über Religions- „Beleidigungen“ und die daraus eskalierende Gewalt. Steht da oft nicht ein übertriebenes Geltungsbedürfnis aus einem im Grunde mangelnden Selbstwertgefühl im Hintergrund? Die wahren Motive liegen meist ganz tief verborgen… Von der Sicht der Bibel erklärt sich dieses Dilemma aufgrund der verlorenen Nähe zu Gott und dem dadurch entstandenen Mangel an Liebe und Wertschätzung. Ein Fallbeispiel belegt dies. Die ersten Kinder, die in diese Welt geboren wurden, waren Kain und Abel. Mehr als tragisch endet die Bruderschaft mit einem heimtückischen Mord. Der Grund: Die religiös motivierte Minderwertigkeit Kains. Beide brachten Gott ein Opfer, aber nur Abel tat dies im aufrichtigen Glauben und in Liebe zu Gott. Das von Kain aus religiöser Pflicht halbherzig gebrachte Geschenk wollte Gott nicht annehmen. Wut und Zorn entbrannten in Kain, weil er neidisch war – eigentlich kam er sich minderwertig vor. Religiosität ohne Liebe, ohne aufrichtigen Glauben, kann sehr gefährlich werden. Der Mensch tötet Menschen wegen „seines“ Glaubens – weil er die Liebe Gottes nicht in sich trägt. Darauf kann diese Welt gerne verzichten. Wer Gott liebt, liebt gleichzeitig die Mitmenschen. Nicht umsonst hat Gott die Liebe in doppelter Weise geboten: Du sollst Gott und deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Er wusste, dass Glaube ohne Liebe zur Katastrophe führen kann. Dabei ist eines entscheidend: GOTT ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm (1. Johannesbrief 4,16). Liebe und Wertschätzung kommen von Gott und die muss ich erst einmal für mich ergriffen haben. Wie will ich denn Gott und Menschen lieben, wenn ich mich selbst ungeliebt und wertlos fühle? Dazu ist eine Sinneswandlung, ja eine regelrechte Verwandlung nötig. Dies geschieht durch das Eingreifen des dreieinigen Gottes: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist (Römerbrief 5,5). Durch den Glauben an Jesus Christus wird unser Herz verwandelt, es wird mit Liebe überschüttet. Gott gibt mir meinen Wert und meine Würde, ich muss nicht um Anerkennung kämpfen. Weil ich für Gott wertvoll bin, kann ich mich selbst lieben und annehmen. Das verwandelt Menschen… Vergiss es nie: Du bist wertvoll! Ich wünsche Ihnen Gottes Liebe und seinen Frieden
Ihr Prediger Stefan Thieme
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